Wenn der Himmel die Erde küsst
- Jörg Kyburz
- vor 3 Stunden
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Vielleicht kennst du diese Momente.
Momente, in denen du spürst: Hier berühren sich Himmel und Erde.
Die Menschen der Romantik suchten solche Augenblicke ganz bewusst.
Nicht in der Hektik des Alltags, nicht im Denken, nicht im Tun –sondern im neugierigen Schauen, im Lauschen, im einfachen Verweilen.
Sie glaubten:
Wenn wir still werden, kann sich etwas zeigen,
das immer da ist – aber oft übersehen wird.
Eine feine Verbindung zwischen innen und aussen.
Zwischen Seele und Welt.
Zwischen Himmel und Erde.
Joseph von Eichendorff hat dieses Erleben in Worte gefasst:
Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Vielleicht ist genau das die Erfahrung, die auch wir i, stillen Sitzen einladen:
Dass die Seele ihre Flügel spannt.
Nicht wegfliegt – sondern ankommt.
Hier.
Jetzt.
Im eigenen Inneren.
Lasst uns für einen Moment nichts tun.
Nichts wollen.
Nichts erreichen.
Einfach da sein.
Und vielleicht spüren,
wie der Himmel durch uns die Erde berührt.
Kontemplatives Sitzen, 3. März 2026 - JK




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